Empire USA

Man stelle sich vor, auf dem Boden der USA werden drei chemische Bomben gefunden und entschärft, eine vierte hingegen geht hoch und tötet in San Francisco 300.000 Menschen. Das ist schon schlimm genug, schlimmer ist hingegen, wenn religiöse Hardliner in der Regierung dies zum Anlass nehmen, die USA in einen christlichen Gottesstaat umzuwandeln und damit einen weltweiten Religionskrieg anzetteln. Insbesondere, wenn nicht klar ist, ob wirklich die beschuldigten Islamisten hinter den Anschlägen stecken und nicht vielleicht doch von einer Verschwörung ausgegangen werden muss.

empire_usaNatürlich handelt es sich bei dem Szenario nicht um die Realität, sondern nur um die in Empire USA beschriebene Fiktion. Im Mittelpunkt der Handlung steht Jared, ein Agent des CIAs, der im Verlaufe der Geschichte immer mehr Informationen sammelt, um die Anschläge zu verhindern. Wenn ihm da selbst nicht seine Vergangenheit in die Quere kommt. Aufgewachsen als Sohn eines Diplomaten im Nahen Osten hat er nämlich mehr Verbindungen zu den Protagonisten auf der islamistischen Seite als ihm lieb ist.

Empire USA ist in sechs Episoden in drei Doppelbänden aufgeteilt und bildet so eine in sich abgeschlossene Geschichte. Gescchrieben wurde die Geschichte von Stephen Desberg, gezeichnet und illustriert sind die einzelnen Episoden hingegen von unterschiedlichen Zeichnern: Griffo, Alain Mounier, Erik Juszezak, Daniel Koller und Henri Reculé. Erschienen sind die Bände im MOSAIK Steinchen für Steinchen Verlag in der Zack Edition.

Die Geschichte ist durchgehend spannend und temporeich gestaltet. Oberflächlich sieht man den üblichen US-amerikanischen Patriotismus, alleine schon durch die Zugehörigkeit der Hauptpersonen zur CIA, aber wenn man genauer hinschaut merkt man, dass die Geschichte sich durchaus kritisch mit dem System USA auseinandersetzt. Das Verhalten von real existierenden neokonservativen (ex-)Regierungsangehörigen der USA wird aufgegriffen und mit dem Willen, die USA in einen christlichen Gottesstaat umzuwandeln, comic-typisch überzeichnet und überhöht. Gegenüber anderen Agenten-Geschichten der letzten zehn Jahre, in denen religiöse Gründe meist nur im Nahost-Konflikt zu finden sind, stellt diese ungewohnte Variante mal eine willkommene Abwechslung und andere Sichtweise dar.

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